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Spanisches Olivenöl
Allgemeines über spanisches Olivenöl
Spanien ist mit einer Produktion von ~900.000 Tonnen Olivenöl pro Jahr der
Spitzenreiter und weltweit größte Olivenölproduzent. Die weltweite Olivenölproduktion betrug 2006
~2600.000 Tonnen, davon wurden 1950.000 Tonnen in der EU produziert. Der Anteil an spanischem
Olivenöl beträgt ~45% der EU Produktion und 36% der Weltproduktion.
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In Hektar bebaut Spanien 2479.000 ha Land, was 25% der weltweiten Fläche an mit
Olivenhainen bebautem Land entspricht. Im Vergleich, Italien bebaut "nur" 1200.000 ha Land mit Olivenhainen, der
Anteil der Mittelmeerregion an der gesamten Anbaufläche weltweit beträgt nach COI (consiglio oleicola internationale | Neuerding IOC International Olive Council )
~97%.
Das IOC ist die einzige internationale zwischenstaatliche Organisation für Regelungen und Abkommen im Bereich
Olivenöl und Tafeloliven trifft.
Leider steht spanisches Olivenöl fälschlicher Weise immer noch im Schatten des
Italienischen Olivenöls. Dabei ist die Qualität des "Aceite virgen extra", wie Olivenöl extra vergine in
Spanien genannt wird, keineswegs schlechter als die seines bekannteren italienischen Bruders. Ja, ein großer
Teil des spanischen Olivenöls wird sogar nach Italien exportiert und dort weiterverarbeitet oder einer Coupage
(Mischung) unterzogen und als in Italien abgefüllter Blend weiterverkauft. Der Trend zur eigenen Marke hat
aber auch in Spanien Einzug gehalten. So füllen, seit den 90er Jahren, auch spanische Olivenbauern vermehrt
selbst ab und verkaufen in Eigenvermarktung kaltgepresstes spanisches Olivenöl aus eigener Herstellung.
Derzeit gibt es 20 Anbauregionen für Oliven mit Herkunftsgarantie für kalt gepresstes, natives
Olivenöl extra D.O. (für Denominación de Origen de Aceite de Oliva Virgen Extra). Das D.O. Siegel
ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung und garantiert einen Säuregehalt von unter 0,8%, wurde von dem Panel des
regionalen Kontrollorgans (Consejo Regulador) auf seine Güte überprüft und wird in nummerierten Flaschen
abgefüllt.
Spanisches Olivenöl - Aussehen, Aroma und Geschmack
Das Farbspektrum von spanischem Olivenöl ist sehr breit, es reicht von hellgelb bis zu einem
tiefen dunkelgrün, dabei bieten die einzelnen Produzenten sowohl naturtrübes als auch gefiltertes Öl an. Im
allgemeinen würde ich einem naturtrüben Öl den Vorzug geben, jedoch gibt es auch gefilterte Olivenöle, die
naturtrüben den Rang ablaufen. Somit kann man nicht pauschal sagen, dass naturtrübe Olivenöle eine bessere Qualität
aufweisen, man hat aber festgestellt, dass beim Filtern wertvolle Phenole und Vitamine, die in den Schwebstoffen
enthalten sind, verloren gehen.
Da Spanien fast in seiner ganzen geografischen Breite Olivenöl aus sehr vielen unterschiedlichen Sorten gewinnt ist
es keine Überraschung, dass auch der Geschmack des aus Spanien kommenden Olivenöls mannigfaltig daherkommt. Den
Geschmack beeinflussen vor allem 3 Faktoren, der Reifegrad zu dem die Oliven geerntet und verarbeitet wurden, das
alter des Olivenöls und die Olivensorte die angebaut wurde. Der Reifegrad ist wiederrum abhängig vom Erntezeitpunkt
und den klimatischen Verhältnissen des Jahres. Somit ist der am Ende resultierende Geschmack eine Funktion aus
vielen verketteten Variablen und bedarf stetigen Tests, die feststellen in welche Richtung das Öl eines Jahrgangs
tendiert.
Spanische Olivensorten
- Arbequina: Wohl eine der bekanntesten spanischen Sorten. Geschmack ist fruchtig,
mild, leicht süßlich und erinnert an Artischoken. Das Öl dieser Sorte - Arbequina Olivenöl - wird zu Fisch,
Meeresfrüchten und gegrilltem Gemüse empfohlen.
- Blanqueta: Sehr blasse Sorte, wird in der Region Lavente an der Costa Blanca
angebaut. Der Geschmack des Öls erinnert an Mandeln und ist sehr mild, wobei das Aroma im Gegensatz dazu steht
und sehr intensiv ist.
- Cornicabra: Cornicabra macht 12% der Olivenölproduktion im Land aus und ist somit
eine sehr breit angebaute Sorte. Der Name heißt übersetzt "Ziegenhorn" und leitet sich aus der Form der Olive
ab. Das Cornicabra Olivenöl hat ein breites geschmackliches Spektrum von süßlich zu milder Bitterkeit bis hin
zu scharf (Je nachdem, wo und wie die Bedingungen in diesem Jahr waren). Spanier benutzen das Olivenöl aus
dieser Olive vorzugsweise für Aioli, Fleisch und Dressings.
- Empeltre: Diese Sorte ist eine der ältesten Sorten Spaniens und wird bevorzugt
auf den Balearen angebaut. Das Speiseöl geht im Geschmack in Richtung fruchtig - süßlich und ist fast nie
bitter, hat Töne von Äpfeln, deshalb eignet es sich auch hervorragend für Aioli, Dressings und Marinaden.
- Hojiblanca: Sevilla, Granada, Córdoba und Málaga sind die Anbaugebiete dieser
Sorte. Mit 16% der Gesamtolivenernte ist die Hojiblanca die dritt-größte angebaute Sorte in Spanien. Das
Hojiblanca Olivenöl schmeckt zartbitter und pikant nach Kräutern.
- Lechin de Sevilla: Diese, vor allem in Sevilla angebaute Sorte, verdankt Ihren
Namen der Farbe des Fruchtsaftes Ihrer Frucht. Er ist weißlich wie Milch und somit würde diese Olive vom
spanischen "leche" abgeleitet Lechin de Sevilla getauft. Das Lechin de Sevilla Olivenöl schmackt würzig und ein
wenig bitter, weshalb es vor allem zu Gerichten mit viel Röstaromen gereicht wird.
- Manzanilla: Mit der Manzanilla, die in den Bergen von Alicante in Cáceres
angebaut wird, haben wir die erste Olive aufgezählt die primär als Tafelolive gereicht wird,
da Ihr Öl ein wenig bitter schmeckt.
- Picual: Die wichtigste Sorte Spaniens. Fast 50% der Ernte besteht aus Picual
Oliven. Wie auch beim Cornicabra Olivenöl schmeckt das Picual Olivenöl je nach Anbaugebiet unterschiedlich. In
höheren Lagen kommt eher ein fruchtiges, leicht süßliches Geschmackserlebnis zu vorschein, in tieferen Regionen
dagegen ein etwas bitterer, holziger Geschmack. Diese Olive ist so wichtig für die Spanier geworden, weil Sie
so robust ist. Sie wird nahezu im gesamten Land angebaut, vorzugsweise in den Provinzen Andalusiens: D.O.
Sierra de Cazorla, D.O. Sierra de Cazorla, D.O. Priego de Córdoba, D.O. Sierra Mágina und D.O. Sierra Segura
und eignet sich für am besten für Gemüse und gebratene Fleischgerichte.
- Picudo: Eine von den Andalusiern bevorzugte Sorte. Das PicudoOlivenöl schmeckt
fruchtig nach Mandeln und Äpfeln.
- Verdial: Eine in der Extremadura zu findende Sorte. Das Verdial Olivenöl enthälz
fast garkeine Bitterstoffe und schmeckt deshalb besonders süß und fruchtig. Durch diese Eigenschaft ist das Öl
dieser Olivensorte besonders gut für Dressings, Salate, Fisch und Meeresfrüchte geeignet. Diese Sorte finden
Sie auch unter dem Namen "Verdial de Badajoz" oder "Morisca".
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